DWS Sidi_Kleefeld_von_Wuestenhof
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Die Exchange Traded Funds (ETFs) der DWS tragen wesentlich zum Wachstum des deutschen Vermögensverwalters bei. Das verwaltete Vermögen des Unternehmens, an dem die Deutsche Bank einen Anteil von 80 Prozent hält, wird bis 2025 um 73 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 1085 Milliarden Euro ansteigen. Zwei Drittel der Zuflüsse von 51 Milliarden Euro verdankt die DWS der Begeisterung für ihre Eigenmarke Xtrackers ETFs.

ETFs gehen derzeit wirklich durch die Decke“, sagt Sidi Kleefeld, Leiter Sales Advisory & Strategy bei Xtrackers. Dies gilt nicht zuletzt für den deutschen Markt, der mit einem Volumen von rund 500 Milliarden Euro der größte in Europa ist. „Vor allem junge Deutsche lassen sich für ETFs begeistern“, sagt Kleefeld.

Passive Indexfonds machen inzwischen etwa 30 Prozent des von der DWS verwalteten Vermögens aus. In Europa – mit einem ETF-Markt von rund 2700 Milliarden Euro – hat die DWS einen Marktanteil von rund 10 Prozent. Nur iShares von Blackrock aus den USA (41 Prozent) und Amundi aus Frankreich (fast 13 Prozent) sind größer. Außerhalb Europas ist die DWS kleiner, aber auch dort läuft das Geschäft nicht schlecht, zum Beispiel mit 25 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen in den USA.

In Europa seien ETFs überall beliebt, aber die Präferenzen variieren leicht von Land zu Land, so Kleefeld. „Es überrascht nicht, dass in Deutschland, wie auch anderswo, ETFs für die großen, bekannten Aktienindizes wie MSCI World und MSCI Emerging Markets am beliebtesten sind. Es gibt auch einen leichten Home Bias von Leuten, die sich für ETFs entscheiden, die zum Beispiel den deutschen DAX-Index oder deutsche Staatsanleihen (Bunds) abbilden. Außerdem sind Themen-ETFs wie der Artificial Intelligence & Big Data ETF beliebt.“

Dieser Home Bias sei auch in anderen Ländern zu beobachten, so Kleefeld. Die Briten sind zum Beispiel mehr an FTSE-100-ETFs interessiert. In Skandinavien und den Beneluxländern ist die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten (ESG) relativ hoch. Und in Italien spielen Anleihen-ETFs traditionell eine größere Rolle als in anderen europäischen Märkten.

Unterschied zwischen institutionellen und privaten Anlegern

Was die Präferenzen angeht, sind laut Kleefeld auch deutliche Unterschiede zwischen institutionellen Anlegern und Privatpersonen festzustellen. Professionelle Anleger nutzen ETFs hauptsächlich als Bausteine für ihre Portfolios und investieren in ETFs, die bestimmte Segmente des Aktien- oder Rentenmarktes bedienen. Privatanleger entscheiden sich eher für breite globale Aktienindizes. Aber selbst ein relativ sicheres Zinsprodukt wie der Xtrackers Overnight Rate EUR ETF findet heutzutage regen Zuspruch, während er früher eher ein Produkt für Profis war. Dieser Geldmarkt-ETF hat sich seither zu einem der größten passiven Fonds der DWS mit einem verwalteten Vermögen von fast 20 Milliarden Euro, das hauptsächlich von Privatanlegern stammt, entwickelt.

In Analystenkreisen wird gelegentlich gezweifelt, ob nicht zu viele ETFs auf den Markt drängen. Es gibt viele Tausende von ihnen weltweit. Dennoch sieht Jennifer Schmitz, Senior ETF Sales Strategist bei Xtrackers, einen anhaltenden Wachstumstrend, der bereits im Gange war, als die DWS vor 20 Jahren ihre ersten eigenen ETFs auflegte. „Es ist schwierig, die wichtigsten Momente seither herauszuheben. Wir haben versucht, den ETF-Markt ständig mit Innovationen zu bereichern. Zum Beispiel haben wir 2008 – lange bevor aktiv verwaltete ETFs weit verbreitet waren – den Xtrackers Portfolio ETF aufgelegt, einen Multi-Asset-ETF mit einer aktiven Komponente.“

Ihr zufolge war die DWS auch der erste ETF-Anbieter, der die Möglichkeit bot, die Gewichtung der USA innerhalb des Portfolios separat in Richtung neutral, übergewichtet oder untergewichtet zu steuern. Insgesamt bietet Xtrackers jetzt Hunderte von verschiedenen ETFs und ETCs (Exchange Traded Commodities) an. „Wenn wir eine Entwicklung auf dem Markt sehen, von der wir glauben, dass sie gefragt ist, versuchen wir, sie mit einem Produkt zu bedienen.“ Und das Ende sei noch nicht in Sicht, meint sie.

Obwohl Anleihen-ETFs auf dem Markt weithin kritisiert werden, weil die Länder oder Unternehmen mit den höchsten Schulden dann das größte Gewicht in einem ETF erhalten, weist Schmitz darauf hin, dass genau dieser Markt ein Wachstumsmarkt sei. Diese ETFs können ihrer Ansicht nach als Portfoliostabilisatoren dienen.

Auch für das Segment der aktiven ETFs erwartet die DWS in der kommenden Zeit überdurchschnittliches Wachstum. „Es gibt hier eine große Anzahl neuer Player. Dazu gehören neben den traditionellen ETF-Anbietern auch Verwalter, die bisher nur aktiv verwaltet haben, US-Vermögensverwalter sowie völlig neue Anbieter. Wir gehen davon aus, dass neben den bisherigen Hauptnutzern – professionelle Fondsanleger und Vermögensverwalter – auch Privatpersonen zunehmend Interesse an aktiv verwalteten ETFs zeigen werden.“

Schließlich werden speziell in Deutschland mögliche Reformen des Rentensystems mit Spannung erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass die Bundesregierung einen Vorschlag unterbreitet, der die Deutschen dazu anregt, zusätzlich zur staatlichen Rente selbst mehr für das Alter zu sparen. Für Vermögensverwalter könnte sich dadurch ein riesiger Markt eröffnen. Die DWS arbeitet daher an mehreren langfristigen ETFs, die speziell auf diesen Aspekt eingehen.

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