„In den Vereinigten Staaten ist die Schwäche des vierten Quartals im Wesentlichen auf vorübergehende Faktoren zurückzuführen, darunter die anhaltende Schließung der Bundesbehörden und das Auslaufen der Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI - Banque de Luxembourg Investments. Bereinigt um den Rückgang der Automobilverkäufe blieben die Konsumausgaben solide. „Wenn es nach den israelischen und US-amerikanischen Angriffen auf den Iran nicht zu einem deutlichen und anhaltenden Anstieg der Energiepreise kommen sollte, dürften die Steuermaßnahmen aus Donald Trumps „One Big Beautiful Bill” den privaten Konsum und die Unternehmensinvestitionen in den kommenden Monaten stützen.“
Besonders ermutigende Signale aus Deutschland
In der Eurozone zeigen die Indikatoren für das verarbeitende Gewerbe deutliche Anzeichen einer Verbesserung, was auf eine allmähliche Rückkehr zum industriellen Wachstum hindeutet. „Besonders ermutigend sind die Signale aus Deutschland, wo die Erholung der Inlandsaufträge darauf hindeutet, dass die Wirtschaft vor einem Wendepunkt stehen könnte,“ so die Einschätzung des luxemburgischen Ökonomen.
Unveränderte Dynamik in China und Japan
In China bleibt die Dynamik insgesamt unverändert. Die Stärke der Exporte steht weiterhin im Gegensatz zur anhaltenden Schwäche der Binnennachfrage. In Japan stieg das BIP im vierten Quartal nur um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wobei diese Zahl jedoch durch einen Rückgang der Lagerbestände beeinflusst wurde, der später möglicherweise revidiert wird.
Rückgang der langfristigen Zinssätze in den USA
Das enttäuschende Wachstum der US-Wirtschaft im vierten Quartal und die moderate Inflation führten im Laufe des Monats zu einem allgemeinen Rückgang der langfristigen Zinssätze. In den Vereinigten Staaten sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen und erreichte den niedrigsten Stand seit zwölf Monaten. In der Eurozone ging der zehnjährige Referenzzinssatz in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zurück.
Ausgeprägte geografische und sektorale Unterschiede an den Aktienmärkten
Obwohl die Aktienmärkte ihre positive Dynamik im Februar fortsetzten, zeigten sich besonders ausgeprägte geografische und sektorale Unterschiede. Diese Unterschiede spiegeln sich nur teilweise in der Entwicklung des weltweiten MSCI All Country World Index Net Total Return wider, der im Monatsverlauf um 2,1 Prozent in Euro zulegte. So blieb der US-Markt zum zweiten Mal in Folge hinter dem Weltmarktindex zurück. Im Gegensatz dazu zeigten Europa und die Schwellenländer eine solide Performance. Der STOXX Europe 600 legte um 3,7 Prozent in Euro zu und der MSCI Emerging Markets um 5,4 Prozent in US-Dollar, während sich der japanische Markt mit einem Anstieg von 10,4 Prozent in Yen besonders hervorhob. Guy Wagner: „Auf Sektorenebene gerieten Werte aus den Bereichen Technologiedienstleistungen und Software unter Druck, nachdem Anthropic ein neues Rechtsinstrument auf Basis des Sprachmodells Claude angekündigt hatte, das Fragen hinsichtlich der Nachhaltigkeit bestimmter Wettbewerbsvorteile aufwirft, da Künstliche Intelligenz immer ausgefeilter wird. Vor diesem Hintergrund erzielten Rohstoffe, Versorger und Energie die besten Ergebnisse, während Technologie, zyklische Konsumgüter und Kommunikationsdienstleistungen die ungünstigsten Entwicklungen verzeichneten.“