In den Vereinigten Staaten wurde die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das vierte Quartal, die üblicherweise Ende Januar erfolgt, aufgrund der Nichtverfügbarkeit bestimmter Daten infolge des teilweisen Regierungsstillstands im vergangenen Herbst verschoben. „Gleichwohl deuten die konjunkturellen Frühindikatoren insgesamt auf eine robuste Dynamik zum Jahresende hin“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI - Banque de Luxembourg Investments. „Diese wurde durch eine kräftige Investitionstätigkeit, insbesondere in Technologien im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz, sowie durch ein weiterhin hohes Konsumniveau getragen, das vor allem von einkommensstarken Haushalten gestützt wurde.“ Im Euroraum lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal mit einem Quartalsanstieg von 0,3 Prozent leicht über den Erwartungen, wodurch sich das Jahreswachstum 2025 auf 1,5 Prozent beläuft. Diese Entwicklung ist zwar nicht spektakulär, bestätigt jedoch eine schrittweise Verbesserung gegenüber den beiden Vorjahren. In China entsprach das 2025 verzeichnete Wachstum von fünf Prozent dem von den Behörden gesetzten Ziel und beruhte vor allem auf der Dynamik der Exporte, während Investitionen und inländischer Konsum weiterhin verhalten blieben. In Japan dürfte die von der Premierministerin eingeschlagene Rückkehr zu einer expansiveren Fiskalpolitik – vorbehaltlich ihrer Bestätigung nach den vorgezogenen Neuwahlen – die wirtschaftliche Aktivität in diesem Jahr stützen, allerdings um den Preis eines erhöhten Drucks auf die bereits stark belasteten öffentlichen Finanzen.
Inflation stabilisiert sich sowohl in den USA als auch im Euroraum
Die Inflation zeigte zuletzt nur geringe Veränderungen und stabilisierte sich auf einem Niveau von knapp unter drei Prozent in den Vereinigten Staaten und rund zwei Prozent im Euroraum. In den USA blieb im Dezember sowohl die Inflation als auch die Kerninflation – ohne Energie und Nahrungsmittel –unverändert. Der Deflator der privaten Konsumausgaben ohne Energie und Nahrungsmittel, der von der US-Notenbank bevorzugte Inflationsindikator, lag für den Monat Dezember hingegen noch nicht vor. Im Euroraum ging die Inflation im Dezember zurück, und auch die Kerninflation sank.
Federal Reserve belässt Leitzinsen unverändert
Wie erwartet beließ die US-Notenbank ihre Leitzinsen nach der Sitzung Ende Januar unverändert. „Das solide Wirtschaftswachstum in Verbindung mit einer weiterhin leicht erhöhten Inflation veranlasste den Offenmarktausschuss, eine abwartende Haltung einzunehmen“, meint der luxemburgische Ökonom. Im Euroraum gilt die Bestätigung des Einlagensatzes der Europäischen Zentralbank bei zwei Prozent auf der Sitzung Anfang Februar als nahezu sicher.
Anleihemärkte im Januar ruhig
Die Anleihemärkte entwickelten sich im Januar insgesamt ruhig. In den Vereinigten Staaten führten Anzeichen einer konjunkturellen Verbesserung zu einem leichten Anstieg der langfristigen Renditen, während im Euroraum die Renditeaufschläge zwischen Deutschland und den Peripherieländern leicht abnahmen. In diesem Umfeld stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen in den USA, während sie in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien zurückging.
Robuster Start der Aktienmärkte ins neue Jahr
Die Aktienmärkte starteten robust ins neue Jahr, getragen von einer breiteren Beteiligung an der Aufwärtsbewegung und unterstützt durch die Aussicht auf eine Beschleunigung des globalen Wirtschaftswachstums. Im Monatsverlauf legte der weltweite Aktienindex MSCI All Country World Index Net Total Return, in Euro gerechnet, um 1,7 Prozent zu, wobei die Aufwertung des Euro die Performance teilweise dämpfte. Auf regionaler Ebene schnitt der US-Markt am schwächsten ab. Demgegenüber entwickelten sich die europäischen und japanischen Märkte deutlich besser, wobei der STOXX Europe 600 und der Topix zulegten. „Die Schwellenländer hoben sich besonders hervor und erzielten einen Anstieg von 8,8 Prozent in US-Dollar. Auf Sektorenebene erzielten Energie, Materialien und Industrie die besten Ergebnisse, während Finanzwerte, Technologie und zyklischer Konsum die schwächste Entwicklung aufwiesen“, sagt Guy Wagner abschließend.