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„In den Vereinigten Staaten erschwert der längste Haushaltsstillstand der jüngeren Geschichte weiterhin die Konjunkturanalyse, da die Veröffentlichung zahlreicher Wirtschaftsdaten verzögert wird“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer (CIO) von BLI - Banque de Luxembourg Investments. Dennoch weisen die mit fast zweimonatiger Verzögerung veröffentlichten BIP-Daten für das dritte Quartal auf ein kräftiges Wachstum von 4,3 Prozent auf annualisierter Basis hin, das vor allem durch den robusten privaten Konsum getragen wurde. „Diese Entwicklung wurde jedoch teilweise durch höhere staatliche Ausgaben im Verteidigungssektor sowie durch einen Rückgang der Importe verstärkt, nachdem diese vor der Einführung der Zölle stark angestiegen waren.“

Wirtschaftswachstum im Euroraum geht vor allem von Frankreich und Spanien aus
Im Euroraum belief sich das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal auf 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. „Dabei kompensierte der Anstieg der Unternehmensinvestitionen und der öffentlichen Ausgaben weitgehend den negativen Beitrag der Nettoexporte, die unter den erhöhten US-amerikanischen Handelsbarrieren litten.“ Geografisch betrachtet ging die Dynamik vor allem von Frankreich und Spanien aus, während die deutsche Konjunktur auf der Stelle trat. In China bleibt das Wachstum gedämpft, was auf die Schwäche der privaten Investitionen und des Binnenkonsums sowie auf die anhaltende Belastung des Immobiliensektors zurückzuführen ist. In Japan dürfte die Verabschiedung eines Nachtragshaushalts durch die neue Regierung das Wachstum in diesem Jahr stützen, allerdings um den Preis zunehmender Sorgen hinsichtlich der Tragfähigkeit der bereits hohen Staatsverschuldung.

Federal Reserve: mögliche Pause im Lockerungszyklus
Im Dezember nahm die US-amerikanische Federal Reserve eine dritte aufeinanderfolgende Senkung der Zielspanne für den Leitzins um 25 Basispunkte vor. Die Entscheidung fiel jedoch nicht einstimmig aus: Stephen Miran, der der Trump-Administration nahesteht, sprach sich für eine stärkere Lockerung um 50 Basispunkte aus, während zwei Mitglieder für eine Beibehaltung des Zinssatzes plädierten. „Die nach der Sitzung veröffentlichte Stellungnahme deutete auf eine mögliche Pause im Lockerungszyklus in den kommenden Monaten hin, wobei die Zinssenkung im Dezember als vorsorgliche Maßnahme angesichts des noch unsicheren Risikos einer Abschwächung des Arbeitsmarktes interpretiert werden kann“, meint der luxemburgische Ökonom. Im Euroraum zeigte sich die Europäische Zentralbank zuversichtlich hinsichtlich der Inflationsentwicklung und der Wachstumsaussichten und vertrat die Auffassung, dass das aktuelle Zinsniveau mit der Erreichung ihres Preisstabilitätsziels sowie der Unterstützung der wirtschaftlichen Aktivität vereinbar sei.

USA: Inflation dürfte dauerhaft über Zwei-Prozent-Ziel liegen
Trotz der geldpolitischen Lockerung durch die Federal Reserve stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen im Dezember an. Diese Entwicklung spiegelt die Erwartungen einer stärkeren konjunkturellen Dynamik in diesem Jahr sowie die Einschätzung wider, dass die Inflation dauerhaft über dem offiziellen Zielwert von zwei Prozent liegen dürfte, was die Entkopplung zwischen kurz- und langfristigen Zinssätzen weiter verstärkte. Im Fahrwasser der Vereinigten Staaten legten auch die Renditen europäischer Staatsanleihen zu. Die Rendite zehnjähriger Referenzanleihen stieg somit in den USA, in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Aktienmärkte beenden 2025 mit positiver Tendenz
Die Aktienmärkte schlossen das Jahr 2025 mit einer moderat positiven Tendenz ab, indem sie den im Jahresverlauf beobachteten Aufwärtstrend insgesamt fortsetzten, bevor es zum Monatsende zu einer leichten Konsolidierung kam, wie sie für Phasen mit geringem Handelsvolumen rund um die Feiertage typisch ist. Regional zeigte sich ein uneinheitliches Bild: Der S&P 500 gab in US-Dollar gerechnet um 0,1 Prozent nach, während die europäischen Aktienmärkte ihre Aufwärtsbewegung fortsetzten, wobei der STOXX Europe 600 um 2,7 Prozent in Euro zulegte. In Asien stieg der japanische Topix um 0,9 Prozent in Yen, und auch die Schwellenländer entwickelten sich positiv. „Auf Sektorenebene erzielten Materialien, Finanzwerte und Industriewerte die besten Ergebnisse, während Basiskonsumgüter, Immobilien und Versorger zu den schwächsten Sektoren zählten“, sagt Guy Wagner abschließend. 

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