Investitionen in Private Markets sind immer noch durch begrenzte Informationen und unvollkommene Transparenz gekennzeichnet, insbesondere im Vergleich zu Investitionen in Public Markets. Vermögensverwalter erkennen einen wirtschaftlichen Wert darin, sich dieses Mangels anzunehmen.
Privatmarktanlagen gewinnen in institutionellen Portfolios an Gewicht. Der exklusive Zugang ist also nicht mehr Priorität Nummer 1: Der Fokus verschiebt sich unter anderem auf Messbarkeit und Vergleichbarkeit. Zu diesem Zweck bauen Vermögensverwalter Technologieplattformen auf, die Daten, Benchmarking und Überwachung zusammenführen. Damit wollen sie an der Strukturierung von etwas verdienen, das zuvor schwer fassbar schien.
Die jüngste Integration von Preqin in die Aladdin-Plattform von Blackrock zeigt, wie das in der Praxis funktioniert. Preqin, lange Zeit eine der größten unabhängigen Datenquellen für Private Markets, wurde letztes Jahr für 3,2 Milliarden Dollar von Blackrock übernommen.
Der US-Vermögensverwalter sah die Übernahme in erster Linie als eine Investition in die Infrastruktur, mit der die Datenquelle einen festen Platz im täglichen Arbeitsprozess institutioneller Anleger erhält. Die Performance-Daten von mehr als 14 000 Private-Equity-Fonds sind in die Portfolioumgebung integriert und ermöglichen die Auswahl und Überwachung innerhalb eines einzigen Systems. Durch diesen Schritt werden die operativen Unterschiede zwischen Public und Private Markets verringert. Diese Infrastruktur wird als kostenpflichtiger Service angeboten.
Kluft verkleinern
„Wir sind dabei, die Kluft zwischen der Funktionsweise des Anlageprozesses auf Public und auf Private Markets zu verringern“, sagt Sloane Collins, Produktleiterin für Private-Market-Technologie bei Blackrock, gegenüber Investment Officer. „Glauben wir, dass es jemals genau das Gleiche sein wird? Eher nicht.“
Viele Jahre lang galt eine begrenzte Transparenz als inhärent für Investitionen in Private Markets. Modellbasierte Bewertungen und unterschiedliche Berichterstattungsstandards gehören zur Natur des Marktes, hieß es. Was sich jetzt ändert, ist die Art und Weise, wie Informationen strukturiert werden.
Diejenigen, die den Datenfluss und die Arbeitsabläufe kontrollieren, bauen ihre Position in der Kette aus. Das schlägt sich in den Einnahmen nieder. Im vierten Quartal 2025 stiegen die Einnahmen aus Technologie und Abonnements bei Blackrock im Vergleich zum Vorjahr um 103 Millionen US-Dollar. Preqin steuerte rund 65 Millionen Dollar bei, mehr als die Hälfte. Der jährliche Vertragswert im Technologiebereich stieg um 31 Prozent einschließlich Preqin und um 16 Prozent ohne die Übernahme.
Konkurrierende Plattformen
Blackrock ist damit nicht allein. Amundi hat seine Alto-Anlageplattform in den letzten Jahren weiter ausgebaut und bietet auch Private-Market-Module für externe Kunden an. Die Übernahme des deutschen WealthTech-Spezialisten Aixigo für 149 Millionen Euro im Jahr 2024 bildete hierfür die Grundlage. Alto erzielte im Jahr 2025 einen Technologieumsatz von 116 Millionen Euro, was einem Anstieg von 45 Prozent entspricht. Zehn neue Kunden kamen hinzu, darunter Van Lanschot Kempen.
Eine strukturelle Allokationsverschiebung treibt diesen Vorstoß der Vermögensverwalter in Richtung Datenplattformen für Private Markets voran. Die Equilibrium Global Institutional Investor Survey von Nuveen, die unter 800 Institutionen mit einem verwalteten Vermögen von rund 17 000 Milliarden Dollar durchgeführt wurde, zeigt, dass 81 Prozent in den nächsten fünf Jahren ihr Engagement an den Private Markets erhöhen wollen. In den Beneluxländern erhöhen 36 Prozent aktiv ihre Allokation und 39 Prozent wollen mehr in Private Credit investieren.
Auch bei wohlhabenden Familien nimmt das Gewicht zu. Laut dem Global Family Office Report 2026 der JP Morgan Private Bank machen Privatmarktanlagen inzwischen 31 Prozent des durchschnittlichen Portfolios aus. 37 Prozent der Teilnehmer an der JP Morgan-Umfrage planen eine weitere Erhöhung ihrer Allokation in Private Equity.
Druck seitens der Aufsicht
Gleichzeitig steigt der Druck seitens der Aufsicht. In Luxemburg, einem wichtigen Zentrum für Private Market in Europa, warnte die Aufsichtsbehörde CSSF kürzlich, dass die Bewertungspraktiken immer noch uneinheitlich seien und die Datenquellen und die Kontrolle verbessert werden müssten.
Vor diesem Hintergrund sehen große Vermögensverwalter die Strukturierung von Informationen über undurchsichtige Vermögenswerte als neues Geschäft an. Laut Collins von Blackrock ist diese Arbeit noch lange nicht abgeschlossen: „Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium.“