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Wat begon als meetinstrument voor risico’s groeide uit tot normatief kader, om vervolgens onder politieke druk terug te keren naar de kern: de G. Na 25 jaar is ESG volwassen geworden, maar niet zonder kleerscheuren.

Das Aufkommen nachhaltiger Geldanlagen ist eine der tiefgreifendsten Veränderungen in der Vermögensverwaltung im letzten Vierteljahrhundert. Investment Officer bat Vermögensverwalter um Ihre Meinung zu dieser Entwicklung. Ihre Schlussfolgerung? ESG ist über die Hype-Phase hinaus. „ESG ist erwachsen geworden“, sagt Robert Koopdonk, Managing Director The Netherlands & Nordics bei Natixis. „Es ist nicht mehr ein Trend, sondern ein struktureller Bestandteil der Art und Weise, wie zukunftsorientierte Akteure investieren und Werte schaffen.“

Ein menschliches Antlitz für den Markt

Die Wurzeln von ESG reichen weiter zurück, als oft angenommen wird. Schon 1999 plädierte UN-Generalsekretär Kofi Annan auf dem Weltwirtschaftsforum für einen „…globalen Pakt gemeinsamer Werte und Prinzipien, der dem globalen Markt ein menschliches Antlitz gibt.“ Ein Jahr später rief er den UN Global Compact ins Leben, der auf Prinzipien rund um Menschenrechte, Arbeit und Umwelt basiert.

Im Januar 2004 schrieb Annan an 55 CEOs großer Finanzinstitute. Im Dezember desselben Jahres wurde der Bericht ‚Who Cares Wins‘ veröffentlicht, der von 23 Institutionen mit einem verwalteten Vermögen von über 6000 Milliarden Dollar unterzeichnet wurde. Die wichtigste Botschaft: Erfolgreiches Investment hängt von einer vitalen Wirtschaft ab, die wiederum von einer gesunden Gesellschaft abhängt, die letztlich von einem nachhaltigen Planeten abhängt.

Beschleunigung nach 2015

Ein wichtiger Wendepunkt kam 2006 mit den ‚Principles for Responsible Investment‘ (‚Prinzipien für verantwortliches Investieren‘) der Vereinten Nationen. Nach 2015 beschleunigte sich die Bewegung: Das Pariser Klimaabkommen und die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen haben als Katalysator gewirkt. In Europa wurde ESG Teil der Standardausrüstung; Verordnungen wie die SFDR und die EU-Taxonomie machten Nachhaltigkeit messbar.

Prosper van Zanten, bei Columbia Threadneedle für die Niederlande zuständig, sagt: „ESG hat sich von einem Nebengedanken zu einer zentralen Säule der Anlagephilosophie entwickelt. Heute beeinflusst es die Risikobewertung, die langfristige Wertschöpfung und die Abstimmung mit den Stakeholdern.“ Diese Integration machte Änderungen erforderlich. Jacob Vijverberg, Head of Asset Allocation bei Aegon Asset Management: „Dies erfordert eine größere Transparenz, tiefere Analysen und einen kontinuierlichen Dialog mit den Unternehmen.“

Die Popularität hatte auch eine Kehrseite: Die Explosion der ESG-Fonds führte zur Kritik, es handle sich um Greenwashing, um Scheinnachhaltigkeit, die auf dem Papier durch kreative Datenauswahl beeindruckend aussah, aber in der Praxis versagte.

Der Wind dreht sich

Nach 2020 begann sich die Stimmung zu ändern, insbesondere in den Vereinigten Staaten. ESG wurde zunehmend als ‚Woke Capitalism‘ abgetan, mit dem Motto ‚Go woke, go broke‘.  Ende 2022 war Vanguard der erste große Anbieter, der die Net Zero Asset Managers Initiative verließ. Anfang 2025 folgte ein Exodus: Blackrock, State Street, JP Morgan Asset Management, Pimco, Franklin Templeton und Nuveen verließen ähnliche Klimainitiativen. Die Initiative stellte daraufhin ihre Tätigkeit ein.

Während in den USA von ‚Who Cares Wins‘ vor allem der erste Teil hängen geblieben ist – Who Cares? –, bleibt ESG ist in Europa nach wie vor weit verbreitet. Maxime Carmignac, Chief Executive Officer von Carmignac UK, sagt: „Unsere Kunden sind darin weiter aktiv. Was sich ändert, ist, dass oberflächliche, marketinggetriebene ESG-Praktiken als schwach entlarvt werden. Aber darum geht es bei nachhaltigen Investments nie wirklich.“

Transatlantische Kluft

Auch die Zahlen zeigen die wachsende Kluft zwischen den Vereinigten Staaten und Europa im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die nachhaltigen US-Fonds verzeichneten im Jahr 2024 einen Nettoabfluss von 19,6 Milliarden Dollar – das zweite Jahr in Folge mit Abflüssen. Außerdem wurden nur zehn neue Fonds aufgelegt, während 71 Fonds geschlossen wurden. Weitere 24 Fonds gaben ihr ESG-Mandat auf. Daten von Morningstar Sustainalytics zeigen, dass Europa inzwischen 84 Prozent des weltweiten Vermögens in nachhaltigen Fonds verwaltet, was fast 2700 Milliarden Dollar entspricht.

Vijverberg: „Die überwiegende Mehrheit unserer Kunden ist nach wie vor für nachhaltige Geldanlagen. Sie sehen ESG nicht als einen Trend, sondern als einen wesentlichen Bestandteil einer verantwortungsvollen Vermögensverwaltung.“ Allerdings stellt Vijverberg fest, dass die Vorschriften manchmal über das Ziel hinausschießen: „Komplexe Berichtspflichten bringen das letztendliche Ziel – eine nachhaltigere Wirtschaft – nicht immer näher.“ 

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