Image: Defigners
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Zum zweiten Mal hat die Redaktion von Investment Officer zum Jahresende eine Umfrage unter den wichtigsten in Europa tätigen Vermögensverwaltern durchgeführt. Das Ziel: ihre Prognosen für 2026 an einem einheitlichen Maßstab zu messen, basierend auf einem festen, eigenen Fragenkatalog. Der gemeinsame Nenner ist, dass die Risiken strukturell geworden sind, ohne dass dies zu einer Flucht aus risikoreichen Investitionen geführt hätte.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  1. Aktien dominieren: Trotz geopolitischer Spannungen bleibt Aktienallokation mit Abstand der Favorit für 2026.
  2. Schwellenländer sind in dieser Hinsicht die beliebteste Wahl, vor allem wegen der niedrigen Bewertungen und des potenziell schwächeren Dollars.
  3. US-Aktien sind nach wie vor ein notwendiger Bestandteil des Portfolios, aber sie sind nicht mehr der Ort, an dem Vermögensverwalter zusätzliche Risiken eingehen wollen.
  4. Europa wird auffallend oft als Comeback-Region genannt, nicht weil es 2025 schlecht abgeschnitten hat, sondern weil die Bewertungen hinter denen der USA zurückbleiben, während sich die politischen und fiskalischen Fundamentaldaten verbessern.
  5. Deutschland spielt aufgrund der Lockerung der Schuldenbremse eine Schlüsselrolle in der europäischen Erholungsgeschichte.
  6. Mehrere Vermögensverwalter erwarten 2026 dank Reformen, Governance-Verbesserungen und eines schwachen Yen einen Aufschwung in Japan.
  7. KI zieht sich wie ein roter Faden durch alle fünf Artikel: als Gewinnbeschleuniger, Puffer im Falle von Marktschocks, branchenweiter Produktivitätsmotor und geopolitisches Schlachtfeld.
  8. Die Widerstandsfähigkeit der Märkte im Jahr 2025 dient den Vermögensverwaltern als Beweis, dass strukturelle Risiken nicht automatisch eine defensive Positionierung erfordern.
  9. Die Geopolitik ist daher kein Störfaktor mehr, sondern ein struktureller Allokationsfaktor.
  10. Die Rivalität zwischen den Vereinigten Staaten und China geht über den Handel hinaus und berührt auch Technologie, Rohstoffe und Kapitalströme.
  11. Vermögensverwalter warnen davor, dass die hohe Staatsverschuldung zunehmend die Geldpolitik diktiert, was vor allem langfristige Anleihen gefährdet.
  12. Von langfristigen Staatsanleihen wird von Vermögensverwaltern aufgrund von Inflations- und Verschuldungsrisiken erstaunlich oft abgeraten. Auch Unternehmensanleihen scheinen aufgrund der extrem engen Spreads in einer späten Phase des Zyklus anfällig zu sein.
  13. Diversifizierung bekommt im Jahr 2026 eine neue Bedeutung: Die Anleger diversifizieren nicht nur über verschiedene Anlageklassen hinweg, sondern auch über Regionen, Blöcke und Szenarien.

Nachfolgend finden Sie unsere fünf Artikel, die auf den Antworten von 28 Fondshäusern basieren, die zusammen ein geschätztes Vermögen von 54 000 Milliarden Dollar verwalten.

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